PROCESSUS – Wissen in Unternehmen besser nutzen
Im globalen Wettbewerb um Innovationen stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihr Wissen optimal zu nutzen. Im Rahmen von PROCESSUS werden die Grundlagen einer Business-Plattform entwickelt, die den Mitarbeitern mittels semantischer Technologien die richtigen Informationen zur richtigen Zeit bereitstellt. So können Kosten gesenkt und der betriebliche Ablauf kann optimiert werden.
Wissen ist eine elementare Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Die Praxis zeigt aber, dass Informationen in vielen Unternehmen nur unzureichend verknüpft und daher schwer zugänglich sind. Das liegt unter anderem an der Vielfalt von bestehenden Datenbanken und Softwaresystemen (ERP-, PLM-, CMS-Systeme, etc.), die nicht in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren. Zusätzlich verbergen sich entscheidende Informationen oftmals in internen Dokumenten – in Texten, Verträgen, Analysen, Plänen, Protokollen und E-Mails. Das wertvolle Wissen, das in diesen Dokumenten steckt, kann von den Mitarbeitern nur bedingt genutzt werden. Das Ziel von PROCESSUS ist es, eine Plattform zu entwickeln, die systemübergreifend die Unternehmensinformationen gemäß ihrer Beziehung und Bedeutung, miteinander verknüpft, um so das in Insellösungen vorhandene Unternehmenswissen transparent zur Verfügung zu stellen.
Herkömmliche Softwaresysteme können die Dokumente zwar analysieren, aber nicht in einen übergeordneten Zusammenhang bringen. Daher wird PROCESSUS als semantische Serviceplattform die Möglichkeit bieten, dynamische Prozessabläufe optimal mit Unternehmensinformationen zu unterstützen. Die Inhalte in den Softwaresystemen und Dokumenten werden semantisch miteinander verknüpft. Durch Nutzung dieses Netzwerkes spielt es für den Anwender keine Rolle mehr, wo die Informationen abgelegt sind. Per Link erhält der Nutzer direkten Zugriff auf die entsprechende Informationsressource und wird im Prozessschritt mit der genau richtigen Information zur richtigen Zeit versorgt.
Praxistest in Maschinenbau und Informationstechnologie
Die im Rahmen von PROCESSUS erstellten Konzepte und Lösungen werden im Maschinenbau und in der Informationstechnologie beispielhaft erprobt. Im Maschinenbau liegt der Fokus auf Anwendungen in der Antriebs- und Automatisierungstechnik. Gerade der Maschinenbau weist hochkomplexe Geschäftsprozesse und sehr unterschiedliche Nutzergruppen auf. Eine typische Prozesskette besteht aus Vorentwicklung, Konstruktion, Produktion, Verkauf und Kundendienst. In diesen Prozessschritten wird dasselbe Produkt in sehr unterschiedlichen Bezügen und Kontexten bearbeitet. So beschäftigen sich Spezialisten in der Konstruktion meist mit technischen Informationen, deren Kollegen im Vertrieb eher mit Markt- und Wettbewerbsanalysen. PROCESSUS verknüpft die in den unterschiedlichen Softwaresystemen vorhandenen Daten gemäß ihrer Bedeutung. Dadurch wird es möglich, jeden Mitarbeiter gezielt mit den für ihn notwendigen Informationen zu versorgen – und zwar im Kontext des jeweiligen Prozessschrittes.
PROCESSUS wird in solchen Konstellationen eine neue Art des Zugangs zu Informationen ermöglichen: Der Nutzer beschreibt sein Problem und der Computer bezieht bei der Bearbeitung der Anfrage andere, im selben Kontext bereits erfolgreich umgesetzte Lösungen mit ein. So können dem Nutzer auch neue Aspekte und Möglichkeiten aufgezeigt werden, etwa für den Einsatz von bestehenden Produkten in branchenfremden Märkten. Denkbar ist zum Beispiel, dass einem Vertriebsmitarbeiter bei einem Hersteller von Anlagen zur Produktion von Lacken und Farben durch eine auf PROCESSUS gestützte Recherche auffällt, wie leicht sich ein Bauteil, beispielsweise ein Greifarm oder ein Etikettiergerät, auch bei der Herstellung von Getränkeabfüllanlagen einsetzen lässt.
Diese Erkenntnisse lassen sich im Bereich der Informationstechnologie auf die Verknüpfung unterschiedlicher Computeranwendungen, sogenannter serviceorientierter Architekturen, übertragen. Für die Softwareindustrie wird dabei im Rahmen des Use Case PROCESSUS eine Infrastruktur zur Verwaltung von Inhalten entwickelt, die Softwarekomponenten nach ihren Fähigkeiten zur Lösung von Problemen klassifiziert und diese Informationen zur Erstellung von technischen Dokumentationen nutzt. Die Services der PROCESSUS-Plattform kombinieren die semantischen Informationen in der Nutzeranfrage mit Informationen und Textphrasen in der Wissensbasis und erzeugen dynamisch ein Dokument mit den benötigten Informationen.
Diese beiden Anwendungsbeispiele zeigen, wie es die im Rahmen von PROCESSUS entwickelten Technologien erlauben, Branchen- und Prozesswissen schneller zu verknüpfen und neue Produkte, Lösungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Damit verschaffen sie Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil: Sie werden schneller, weil für Mitarbeiter Wissen immer dort verfügbar ist, wo es gebraucht wird, und sie sparen Recherche- und Entwicklungskosten. Unternehmen gewinnen darüber hinaus einen Qualitätsvorsprung, weil das bereitgestellte Wissen besonders hochwertig ist. So trägt PROCESSUS dazu bei, dass Unternehmen ihr Wissen optimal nutzen, um im globalen Wettbewerb besser bestehen zu können.
Synergie mit TEXO und ORDO
Die Ergebnisse des Use Case PROCESSUS bieten insbesondere in der Kombination mit den in den Anwendungsszenarien TEXO und ORDO entwickelten Technologien großes Potenzial. Durch ihren modularen Aufbau können die Komponenten von PROCESSUS als eigenständige Dienste auf TEXO- oder ORDO-Plattformen genutzt werden. Die von PROCESSUS bereitgestellten Informationen werden individuell und kontextbezogen abrufbar und das Wissen in Unternehmen kann noch besser genutzt werden.
Ziele von PROCESSUS
– Herkömmliche Anwendungen Prozessorientierung erweitern
– Zugang zu prozessrelevantem Unternehmenswissen vereinfachen
– Kosten reduzieren und Effizienz steigern durch Verwendung semantischer Technologien